Nun ist die große Arbeitspause vorbei und es wird weiter gebloggt! Ich beginne mit einem Text zur re:publica. Ich habe die Konferenz über das Wochenende erst einmal sacken lassen und viele andere Blog-Einträge dazu gelesen. Viele Stimmen sind sehr kritisch, was ich in der Massivität nicht nachvollziehen kann (- es ist immer auch die Frage, was man selbst aus etwas macht und mit welchen Erwartungshaltungen und Vorstellungen man herangeht).
Neben einigen schwierigen „technicalities“ (s.u.) hatte ich sehr gute und interessante Gespräche, habe Leute getroffen, die ich vorher gar nicht, oder nur virtuell kannte – allein das war den Besuch schon wert. Hervorheben möchte ich das Gespräch mit Jo über Social Media und die Herangehensweise an das Thema eben nicht mit Buzzwords oder der Nennung von Plattformen, sondern in eher analytischerer Form. Dazu möchte ich hier einen Artikel von ihm zur Social-Media-Semantik des Like-Buttons verlinken, den er mir im Nachgang geschickt hat.
Ich muss dazu sagen, dass ich zum ersten Mal auf der re:publica war und vorher kaum Zeit hatte, darüber viel nachzudenken oder Erwartungen aufzubauen, denn ich steckte in einem straffen Programm mit vielen Hausarbeiten und der Projektarbeit über Twitter. Die letzte davon gab ich am Tag vor der Konferenz ab, um mich am nächsten Tag direkt ins “Getümmel” zu stürzen.
Natürlich gab es gute und schlechtere Vorträge und auch ich habe mich zuweilen an eher, naja, einfacher gehaltenere Vorträge an der Uni erinnert gefühlt, habe aber auch äußerst interessante und sehr gut aufbereitete Präsentationen gesehen.
Bei einigen Vorträgen habe ich nicht viel Neues gehört (“kenn ich alles schon”) aber ich habe auch über meinen Tellerrand hinaus gesehen und Veranstaltungen besucht, die mit dem, was ich gerade mache, nicht direkt etwas zu tun haben, also für mich neu sind. Und zwei dieser Vorträge sind absolut hervorhebenswert, denn sie haben mich schwer beeindruckt: Keiichi Matsuda über “Augmented (Hyper) Reality” (Achtung, hier braucht man eigentlich eine 3D-Brille! ) und ”Spiel das Leben” von Sebastian Deterding, der gezeigt hat, wie wir aus Spielen für Aufbau und Gestaltung von Web-Angeboten lernen können. Auch sehr schön war der Vortrag “Interagitation” (ich finde leider keinen Link auf die Präsentation), in dem sehr interessante, durchaus linguistisch motivierte Datenvisualisierungen gezeigt wurden – die natürlich nie neutral sind, sondern von Blickwinkel auf Daten abhängen.
Ansonsten war natürlich der Vortrag von Mathematiker Gunter Dueck hervorragend: witzig, spitzfindig, analytisch. Auch wenn diesen Vortrag fast jeder zu verlinken scheint, hier auch nochmals von mir: “Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem” (Video). Hierzu gibt es begeisterte Stimmen wie die von netzwertig: “Der mit Abstand beste Vortrag“.
Auch den Vortrag von Sascha Lobo “Jüngste Erkenntnisse zur Trollforschung” (Video) habe ich gesehen und ich war äußerst amüsiert. Man mag ihn mögen oder nicht – ein Entertainer, der auch sich selbst aufs Korn nimmt, ist er allemal.
Es wurde wirklich sehr viel über die re:publica geschrieben und das kann ich nicht alles auflisten, bzw. haben das andere schon getan, z.B. hier und in der “Blogrundschau zur re:publica” (man beachte hier, wie viele negative Meinungen es gibt). Positiveres gibt es bei Don Dahlmann zur “Sinnsuche der republica” und Jo Wedenigg mit “re:publica 2011 – Verteidigung einer Institution“.
Es stimmt, dass die Räumlichkeiten für die Menge an Besuchern (ca. 3.000) zum Teil nicht groß genug waren und die Kalkscheune insgesamt für so viele Menschen zu klein und verwinkelt ist, doch das soll sich im nächsten Jahr wohl ändern und neue Räume sollen gesucht werden. Auch ich habe mich geärgert, in einige Sessions nicht hereinzukommen oder lange anstehen zu müssen. Aber bis auf Donnerstag Vormittag habe ich mir davon nicht die Laune verderben lassen. Das hakelige WLAN (es stimmt nicht, dass es gar nicht ging), gehört wohl auch zur re:publica dazu und es bringt auch nichts, sich darüber langatmig aufzuregen. Ich habe trotzdem genug Tweets schicken und Mails schreiben/abrufen können mit iPad und iPhone – es dauerte eben manchmal etwas länger.
Fazit
Es gibt einige Kritikpunkte und es war nicht alles nur toll, insgesamt fand ich diese re:publica jedoch sehr gut und ich werde im nächsten Jahr wieder hingehen.
